Titel:

The Story of Dho

Ein Film von:

Dimitri Ganshin

Lehrveranstaltung:

Abschlussarbeiten 2019/20
Kursinfo

Abschlussarbeiten 2019/20


Abschlussarbeit

2019/20 Wintersemester

Beschreibung:

Digital Utopia

Die Gesellschaften des 21. Jahrhunderts befinden sich in einer Umbruchphase ungeahnter Vorstellung. Neben ökonomischen und ökologischen Transformationen ist der Einzug der Digitalisierung in immer mehr Lebensbereiche der meisten Menschen der Industrie- und Schwellenländer, wahrscheinlich eine der einschneidendsten Änderungen der Gegenwart und Zukunft. Seit Beginn der Computerisierung Anfang der 1980er Jahre und spätestens seit der Geburt des Internets in den 1990ern ist der Vormarsch der Technik und die damit einhergehende Transformation der Gesellschaften in eine digitale Gesellschaft nicht länger reine Zukunftsmusik.

Computernetzwerke bilden schon heute eine unentbehrliche Grundlage für Verwaltungs-, Organisations- und Sozialstrukturen. Die Fortführung dieser Entwicklung ist die Vernetzung von Geräten des täglichen Lebens oder der Vollautomatisierung von Fabriken und Städten mithilfe von Künstlicher Intelligenz (K.I.). Zudem verspricht der technische und digitale Fortschritt die Entwicklung eines transhumanistischen Wesens, das mit Hilfe von Technik sich vollends von den natürlichen evolutionären Prozessen verabschiedet und eine eigene Form der Evolution etabliert, welche die scheinbaren Unzulänglichkeiten des menschlichen Körpers aber auch Geistes überwinden will.

All diese Entwicklungen und Leistungen, welche auf einen utopischen Zustand des Daseins hinarbeiten, gehen zu Lasten unser aller Lebensgrundlage – der Natur. Sie ist in gewisser Weise die einzige real existierende Utopie. Der Hunger nach ihren scheinbar unerschöpflichen Ressourcen, welche überhaupt erst den technischen Fortschritt ermöglichen, führt zu einem ambivalenten Verhalten, welches schneller in einer Dystopie enden könnte als gedacht. In der Vorstellung von führenden Tech-Konzernen wie beispielsweise Microsoft wird die digitale Revolution in futuristischen Bildern zelebriert, in welchen die Technik uns als Bereicherung und Erleichterung des Lebens dient und das Sammeln von Daten über alles und jeden legitimieren soll. Trotz der immensen technischen Entwicklungen der letzten Jahre bleiben diese Bilder ein utopisches Postulat, das mit der tatsächlichen Realität wenig gemeinsam hat. Wirkliche erfolgreiche Anwendung von Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Künstlicher Intelligenz (K.I.) findet in Bereichen statt, die weniger den Humanismus und Wohlstand aller vorantreiben, sondern Leid und Tod effizienter und kostengünstiger machen sollen. Der „Mechanische Soldat“ ist keine Science Fiction sondern längst Realität. Von Soldaten, die AR-Zielsuchsysteme am Helm tragen, hin zu Kampfdrohnen, die programmiert ihre Bomben abwerfen, bis hin zu vollautomatisierten Panzern, die wie in einem Computerspiel von einem Kommando aus der Ferne dirigiert werden – alles scheint möglich und ist schon Realität. Die in diesem Zusammenhang beängstigendste und zugleich faszinierendste Erfindung ist die der humanoiden Roboter, welche in Form von „Atlas“, der humanoide Roboter von Boston Dynamics, einen neuen Höhepunkt der Entwicklung erreicht hat. 

Das Abwenden von der Natur und das ungezügelte Zuwenden zur Technik markiert vielleicht den endgültigen Schritt in eine Entwicklung, deren Ausgang ungewisser nicht sein könnte.

Basierend auf diesen Veränderungen, habe ich in meiner Arbeit die digitale Utopie aus einer kritischen Position heraus in Form eines Animationsfilms dargestellt.