18 | 07 | 16

Stay

Ein Film von Leila Wallisser, Jakob von Kietzell und Kevin Herrmann aus dem Kurs „Unerwartet“ (2. Semester) im Sommersemester 2016.

Eine Frau. Ein Mann. Keine Worte. Keine Interaktion. Beide zusammen und doch getrennt.
Die Entscheidung ist schon lange gefallen, weder ausgesprochen noch anderweitig in Worte gefasst. Doch es ist offensichtlich, dass etwas nicht mehr funktioniert, dass aus einem ungeteilten „gemeinsam“ wieder ein ungebundenes „allein-sein“ werden
muss, das Feuer ist erloschen. Einer muss die Initiative zum Gehen ergreifen. Er weiß, dass sie es sein wird und bleibt dennoch bewusst inaktiv.

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Das wir einen inneren Konflikt mit unserem Semesterfilm nach außen bringen möchten war schnell entschieden. Jeder kämpft mal gegen sein eigenes Ego ohne sein Umfeld davon wissen zu lassen, versteckt etwas und lässt es nicht heraus.
Um das Thema bewusst einzugrenzen haben wir letztlich einen Auslöser des inneren Konflikts herausgearbeitet und uns zu diesem Bereich eine Aufgabe formuliert.

Wie können wir den inneren Konflikt einer Person bei einer Trennung abstrahieren?

Um den inneren Konflikt zu wirklich erfahrbar zu machen für ein Publikum haben wir von einer komplizierten Rahmenhandlung abgesehen. Der Plan war es also das offensichtlich Geschehende so gering wie möglich zu halten und stattdessen das Hauptaugenmerk auf eine surreale Ebene zu legen. Kleine Details reichen aus, eine Geschichte im Kopf eines Menschen zu spannen und das Gefühl zu lenken.

In dem Kurzfilm „stay“ soll dem Zuschauenden das beklemmende, zerrüttete Gefühl eines Mannes nahe gebracht werden, dessen Beziehung zu einer Frau zu Ende geht, dadurch, dass beide nichts mehr miteinander anfangen können. Er möchte handeln, kann sich aber nicht überwinden und flüchtet vor sich selbst. Er sieht von allem weg was schief läuft und kapselt sich ab. Die Situation schaukelt sich hoch.

Doch bevor er aus sich herauskommt und Initiative ergreift, um den Konflikt mit sich selbst und seiner Freundin anzugehen, verlässt sie ihn. Damit bricht diese Welt. Der Zuschauende wird herausgerissen aus seinem Einblick und versteht, dass der innere Konflikt des Mannes auf sie bezogen war.

CREDITS

Darsteller
Sarah Haß
Csaba Béke

Musik von
Marco Kilchenstein