18 | 07 | 16

Shameless

Bachelorarbeit Sommersemester 2016 von Tanja Schimscha.

Scham und Schamlosigkeit

Shameless ist eine filmische Visualisierung der Personifikation von Scham und Schamlosigkeit. Schauplatz ist das „Haus der Scham“. Leitmotiv ist der Blick des Anderen, durch den Scham entsteht.

Die einzelnen Stockwerke stehen für die Masken der Scham, die man sich in Form von exzentrischen Verhaltensweisen auferlegt, um die eigene Scham darunter zu verstecken und immer weiter vor ihr zu fliehen. Der Übergang zwischen den einzelnen Stockwerken stellt jeweils die Überschreitung einer Schamgrenze dar. Das Aufsteigen im Haus zeigt die übertriebene Selbstinszenierung und Selbstüberhöhung.

Die Handlung beginnt im Erdgeschoss, in der beide Charaktere sich auf einer Ebene befinden. Eine der beiden beginnt ein extrovertiertes Extrem im Umgang mit Scham zu entwickeln und bereitet sich auf die Beschämung der Anderen vor. Beide entfernen sich von voneinander und gehen von dort an unterschiedliche Richtungen. Der introvertierte Charakter nimmt die Rolle der Beschämten ein, steigt in das Untergeschoss ab und bleibt dort für den restlichen Ablauf der Beschämung. Die extrovertierte Person beginnt nun immer höher im Haus aufzusteigen. Je weiter die Beschämung voranschreitet und je mehr man sich der Konfrontation mit der eigenen Scham durch Fehlverhalten entzieht, umso höher werden die Grenzen gesetzt und umso mehr Masken werden zur Verdrängung benötigt.
Im Obergeschoss kommt es dann zur Konfrontation, beide Charaktere treffen sich wieder. Es gibt keinen weiteren Weg mehr nach oben, oder Türen zum Ausweichen. Die Fassade fällt ein und die Verantwortung für das eigene Fehlverhalten muss übernommen werden.

Betreuung:

Prof. Henning Rogge-Pott
Dr. phil. Christian Bauer
Michael Hanf

Models:

Alina Müller
Marie Zoé Strauß

Sound:

Silenx – Rouge Vindicator