18 | 07 | 16

Angerichtet

Ein Film von Jessika Singh, Louisa Wolf und Vanessa Melzner aus dem Kurs „Unerwartet“ (2. Semester) im Sommersemester 2016.

Die Anfangsidee begann ohne eine konkrete Aufgabenstellung. Die einzigen Bedingungen, die wir uns stellten, waren, dass die Filmidee lustig sein und aus zwei parallelen Handlungssträngen bestehen sollte. Erst am Ende sollte sich deren Bezug zueinander zeigen. Nach kurzer Zeit bemerkten wir, dass ohne eine konkrete Aufgabenstellung, die Idee nicht in die bestmögliche Richtung gelenkt werden konnte und das unerwartete Ende darunter leiden musste. Nachdem wir unsere Aufgabenstellung konkretisierten, nämlich dass eine scheinbare Alltagssituation in eine skurrile Situation verändert wird, erkannten wir, welche Ideen gut funktionierten.

In unserer finalen Filmidee handelt es sich um eine Frau, die auf ihrer Couch fern sieht, wobei man nicht erkennen kann, was im Fernseher läuft. Parallel sieht man Szenen, die räumlich schwer einzuordenen sind, auf denen eine Mann rohes Fleisch auf eine makabere und rabiate Weise zerreißt und langzieht. Der Eindruck soll entstehen, dass die Fleischszenen das seien, was die Frau im Fernseher sieht. Nach kurzer Zeit erkennt man, dass es sich um eine reale Situation hält, da der Mann mit Messer und Fleisch in der Hand auf die Frau zugeht. Die Frau erschrickt, als sie neben sich ein großes, rohes Fleischstück sieht und sie gefragt wird, ob das Fleischstück schon durch sei. Ohne ihm zu antworten greift sie das Fleisch und beißt ein Stück ab, um es dann genüsslich zu kauen.

Die ersten beiden Vorvisualisierungen unseres Filmes, bestanden aus gezeichneten Szenen, die in einem Video mit Ton geschnitten wurden. Daran konnten wir erkennen, dass unsere Grundidee gut funktioniert, wir aber mit den Bildern an unsere filmischen Darstellungsgrenzen kommen.

Deshalb haben wir für unseren dritten Layoutfilm alle Szenen gedreht.
Während dieser Drehs haben wir auch das Konzept für unser finales Ende verfeinert. Eine Herausforderung beim Dreh war, die Fernsehszenen aus interessanten Perspektiven zu filmen. Im Schnitt erkannten wir, wie wichtig die Balance zwischen Fleischszenen und Fernsehszenen ist.
Gut funktioniert hat die Ästhetik und ungewöhnliche Inszenierung des Fleischs, die als Symbol für das Zerlegen einer Leiche steht. Durch die präzise Planung in den Layoutfilmen konnten wir bei unseren finalen Drehtagen effektiv an der von uns vordefinierten Ästhetik der Bilder arbeiten.

Der finale Schritt bestand daraus, die Videos aus dem Layoutfilm, der bereits exakt auf die Musik geschnitten wurde, zu ersetzen und durch Colourgrading die erwünschten Farbstimmungen hervorzuheben. Um die brutale Wirkung der makaberen Bilder zu verstärken, haben wir ein klassisches Klavierstück von Chopin gewählt.

Schauspieler:
Moritz Schulze-Röbbecke, Vanessa Melzner